Heute möchte ich von meinem Heiratsantrag erzählen und euch einen kleinen Einblick zu unserer Geschichte geben.

Ich kann es kaum glauben, dass es schon 1 Jahr her ist, dass ich meinen langersehnten Antrag bekommen habe. Manche werden sich jetzt sicher fragen, wie lang wir denn schon zusammen waren? Es waren „erst“ 3,5 Jahre und trotzdem hatte ich schon früh den Wunsch ihn zu heiraten.

Eine kleine Vorgeschichte zu uns.

Wir führten die ersten 2,5 Jahre unserer Beziehung eine Fernbeziehung über eine Distanz von 720 km. Das war eine sehr harte Zeit, die uns aber auch näher zusammen gebracht und gezeigt hat, dass es klappen kann wenn man es wirklich will. Für eine gemeinsame Zukunft bin ich von meinem geliebten Süddeutschland in den Norden gezogen – in unsere erste gemeinsame Wohnung. Von da an war mir klar, wenn wir das Zusammenleben und den Alltag gemeinsam meistern, dann auch alles andere. Ab diesem Zeitpunkt war mein sehnlichster Wunsch, zu heiraten. Und das habe ich ihm auch das ein oder andere Mal, mit einem Wink deutlich gemacht 😉

Es passierte trotzdem nichts. Er ist kein Mann großer Worte oder von romantischen Gesten und schon gar nicht impulsiv. Wichtige Entscheidungen müssen gut überlegt werden und wahrscheinlich hatte er mehr Angst, mir einen Antrag zu machen als vor der Hochzeit selbst. Mit der Zeit wurde ich ungeduldig, hoffnungslos und fragte mich:
Was wenn er mir nie einen Heiratsantrag macht? Oder will er mich einfach gar nicht heiraten?

Gedanken über Gedanken. Manchmal vergisst man darüber hinaus, dass man ja auch ohne Trauschein glücklich ist. Also wozu der ganze Stress?! Der Kleinmädchentraum bleibt trotzdem.

Um mal wieder die Zeit für uns zu genießen, haben wir ein verlängertes Wochenende auf Rügen gebucht. Ich wollte da unbedingt mal hin, weil ich im Fernsehen mal ein wunderschönes Standesamt am Strand gesehen (jaja da ist das Thema wieder) und auch sonst nur gutes von der Insel gehört hatte.

HochzeitStandesamt in Sellin

Die Woche vor unserem Urlaub hatte es dann aber so in sich, dass wir aus familiären Gründen unseren Urlaub absagen wollten. Wir haben uns dann doch entschieden, uns eine Auszeit zu gönnen. Ich war einfach froh raus zu kommen und den Kopf frei zu bekommen.

Rügen

Wir verbrachten 3 wundervolle Tage auf Rügen – es war zwar eisig kalt aber wir hatten einen so zauberhaften Ausblick aus unserem kleinen süßen Appartement, dass wir uns total wohl gefühlt haben. Den letzten Tag haben wir nochmal ausgiebig genutzt um die Insel zu erkunden. Wir waren an den bekannten Kreidefelsen und auf dem Rückweg sind wir noch am Strand entlang, das Wetter da war in allen Facetten vertreten. Regen, Wind, Hagel, Sonne – innerhalb von Minuten – es war verrückt.

Strand BinzDie Ostsee

Für den Abend hatte ich mir ein neues Kleid gekauft und wir sind essen gegangen. Danach wollte er noch auf der Seebrücke spazieren gehen. Das fand ich irgendwie komisch, weil es stock düster war und wir das sonst nie machen. Aber ok. Es war ein echt schöner Anblick von da auf die beleuchtete Insel. Er benahm sich etwas merkwürdig, hörte mir nicht richtig zu und schaute immer ob andere Personen kommen oder wieder gehen. Für einen klitzekleinen Moment dachte ich, er macht mir wirklich gleich einen Antrag. Aber als mir kalt wurde und er nichts dagegen hatte zu gehen, war das der letzte Gedanke an diesem Tag den ich daran verschwendet habe.

Binz bei NachtBinz bei Nacht

Wieder in unserem Appartement angekommen haben wir es uns auf der Couch gemütlich gemacht und nach etwas sehenswertem im TV gesucht. Als ich mir eigentlich was Gemütliches anziehen gehen wollte, meinte er zu mir, ich solle meine Augen kurz schließen. Wir hatten vorher auf dem Weg noch eine Tüte Gummibärchen gekauft und ich schloss meine Augen und öffnete den Mund – in voller Vorfreude mit Süßigkeiten verwöhnt zu werden.

Der AntragAusblick aus unserem Appartement

Als ich meine Augen öffnete, saß er neben mir, mit einer kleinen geschlossenen schwarzen Schachtel in der Hand. Ich konnte es nicht fassen und mir schossen nur die Tränen in die Augen. So oft habe ich von diesem Augenblick geträumt und dann als ich damit absolut nicht gerechnet habe, war er da. Er sagte einige liebe Worte, schaute mich mit hoffnungsvollen Augen an und sagte „…es wird Zeit dich zu fragen, ob du meine Frau werden willst?“

Mein „Ja“ war nur ein glückliches schluchzen, ihm um den Hals fallen und mir klar werden, dass das gerade wirklich passiert. Ich werde nie diese Gefühle vergessen. Dieses pure Glück, welches ich empfand.

Er steckte mir einen wunderschönen (viel zu großen) Ring an den Finger und sagte, ich dürfe mir meinen Ring selbst aussuchen, falls dieser mir nicht gefällt und der Ringe würde dann extra für mich angefertigt.

An diesem Abend genossen wir unser Glück für uns und informierten unsere Familien erst als wir wieder zu Hause waren.

VerlobungsringMein Verlobungsring

Nachtrag
Der Antrag war nicht besonders romantisch oder bis ins Detail geplant. Obwohl er den Ring schon den ganzen Tag bei sich trug und auf den „perfekten“ Moment gewartet hat. Es waren aber immer Menschen um uns, so dass er sich nicht getraut hat, wie ich im Nachhinein erfahren habe.

Es war trotzdem wunderschön. Es war MEIN Antrag. ER hat mir die Frage gestellt und die Worte gewählt die mein Herz berührt haben. Wir – mehr braucht es nicht.

Der Antrag wird kommen. Zweifelt nicht.

♥ ♥ ♥

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