persisches Neujahr

In diesen Tagen sind alle Perser damit beschäftigt sich auf Norouz – das persische Neujahrsfest – vorzubereiten.

„Auf was?“ fragen sich jetzt manche oder denken „Neujahr? Das war doch schon!“

Nicht ganz! Nach dem gregorianischen Kalender ist natürlich am 1. Januar Neujahr, Iraner hingegen feiern mit Beginn des Frühlingsanfangs auch das neue Jahr.
Dieser richtet sich nach dem Sonnenkalender und ist in diesem Jahr am 20. März 2015 um 11.28Uhr, dann beginnt im Iran kalendarisch das Jahr 1396!

Der Frühlingsanfang und Norouz – das persische Neujahrsfest – richten sich nach der jährlichen Frühlings-Tagundnachtgleiche an dem die Sonne senkrecht über dem Äquator steht.
Wörtlich übersetzt bedeutet „Norouz“ neuer Tag. Normalerweise findet Norouz am 21. März statt, es können jedoch Abweichungen je nach den astronomischen Bedingungen und den verschiedenen Zeitzonen entstehen.

Norouz – das persische Neujahrsfest – ist ein Fest, das alle Perser unabhängig von ihrer Religion feiern. Moslems, Juden, Christen und alle anderen Religionen kommen zusammen um das neue Jahr mit Freude und Frieden zu begrüßen. Ein klassisches Feuerwerk, wie wir es in Deutschland kennen, findet allerdings nicht statt. Es wird gegessen, getanzt und ausgiebig gefeiert. Danach folgen im Iran 13 Feiertage, in denen man Zeit hat, Freunde und Verwandte zu besuchen und sich ein frohes neues Jahr zu wünschen.

Haft-Sin

Bräuche zu Norouz

Tschahar Schanbe Suri

In der Nacht vor dem letzten Mittwoch des neuen Jahres (also Dienstagabend) wird Tschahar Schanbe Suri (Bedeutung: Mittwochsfeuer) gefeiert. An diesem Tag wird ein Feuer z.B. im Garten oder auf der Straße angezündet. Über dieses Feuer muss man springen und dabei sagen: „Sorchi-ye to az man, Zardi-ye man az to“. Sinngemäß bedeutet es: „Meine Schwächen (Krankheiten,Sorgen) an dich, deine Stärke an mich“. Es ist ähnlich wie ein Osterfeuer.

Eyde Norouz

Am Abend des Neujahrsfestes versammelt sich die ganze Familie um gemeinsam ein neues Jahr zu beginnen. Norouz ähnelt dem Weihnachtsfest, dabei gibt es auch einen Mann „Hadschi Firuz“ genannt, der mit schwarz bemaltem Gesicht und roter Kleidung tanzt, singt und scherzt. Dieser hat die Aufgabe die Menschen (besonders Kinder) zum Lachen zu bringen und eine fröhliche Atmosphäre zu schaffen. Kinder bekommen zum Neujahrsfest auch Geschenke („Eydi“ genannt) von den Verwandten überreicht.

Haft Sin

Haft-Sin (Haft ist die Zahl 7; S-in ist der Buchstabe S). Dieser steht für einen gedeckten Tisch mit Sieben Dingen die mit ‚S‘ beginnen (natürlich geht man nach dem persischen Namen). Die Dinge die man für den „Gabentisch“ meist benutzt, sind grob vorgegeben, da sie alle etwas symbolisieren.

Traditionell dürfen auf dem Tisch folgende Dinge nicht fehlen:

– Sir (Knoblauch) steht für Schutz
– Sib (Apfel) steht für die Gesundheit
– Sonbol (Hyazinthen) steht für Freundschaft
– Sabzeh (Weizen-, Gersten- oder Linsensprossen) steht für die Munterkeit
– Serke (Essig) steht für die Fröhlichkeit
– Sekeh (Münzen) steht für Wohlstand
– Senjed (eine persische Mehlspeise) steht für Wohltat und Segen
– Somagh (persisches Gewürz) steht für den Geschmack des Lebens

Ebenfalls wird die Tafel mit weiteren Symbolen geschmückt, die zwar nicht mit „S“-in beginnen aber nicht fehlen dürfen.

– Spiegel symbolisiert Reinheit und Ehrlichkeit
– Kerze symbolisiert Feuer
– bemalte Eier (Ostereier) symbolisieren Fruchtbarkeit
– Goldfische symbolisieren Glück
– Koran oder Buch symbolisieren Weisheit

Haftsin-Beschriftung

Sizdah-Be-dar

Sizdah-Be-dar („Sizdah“ ist die Zahl 13 und be-dar bedeutet „zur Tür hinaus“) findet 13 Tage nach dem Neujahr statt und symbolisiert das Ende der fast 2 Wochen andauernden Feiertage. An diesem Tag versammeln sich Freunde und Familien in einem Park um gemeinsam zu Picknicken und zu Grillen. An diesem Tag wird auch die Tafel wieder abgeräumt. Die Weizensprossen werden zusammengebunden, dabei wünscht man sich etwas für das neue Jahr und wirft es dann in einen Fluss.

Sabzeh

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